Gynäkomastie

Als Gynäkomastie wird in der Medizin das gutartige Brustwachstum beim Mann bezeichnet, umgangssprachlich auch Männerbrust genannt. Die vergrößerte Brust ist für viele Männer oftmals eine Belastung. Im Rahmen einer operativen Entfernung der Drüse kann aber eine Korrektur vorgenommen werden. Dabei ist zu unterscheiden, ob es sich um eine Pseudogynäkomastie, also lediglich eine Ansammlung von Fettgewebe bedingt, oder eine richtige Gynäkomastie mit einer vergrößerten Brustdrüse handelt. Eine ausführliche Untersuchung, die oft Laboruntersuchungen und/oder bildgebende Untersuchungen beinhält, stellt fest welche die Ursache für das Wachstum der Brust ist. Erst danach kann eine operative Korrektur in Betracht gezogen werden.

Wie läuft die Korrektur einer Gynäkomastie ab?

Der Ablauf der Gynäkomastie Korrektur beim Mann hängt davon ab, wie stark die Männerbrust ausgeprägt ist.

  • Liegt lediglich eine leichte Vergrößerung der Brust vor, die häufig durch Hormonschwankungen hervorgerufen wurde, reicht es meist aus, den Drüsenkörper abzusaugen. Der Eingriff kann ambulant erfolgen und wird meist unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Wie bei einer klassischen Fettabsaugung kommt hier die sogenannte Tumeszenz-Methode zum Einsatz. Eine vergleichsweise große Menge Flüssigkeit, bestehend aus Kochsalzlösung, Anästhetika und Adrenalin, wird in die Brust gespritzt. Dort verflüssigt sich das Gewebe und kann im Anschluss mithilfe kleiner Kanülen leicht abgesaugt werden.
  • Ist die Gynäkomastie stärker ausgeprägt, reicht eine Absaugung des Drüsenkörpers nicht immer aus, um der Brust die gewünschte Form zu verleihen. In diesem Fall muss über einen kleinen Schnitt am Rand des Brustwarzenhofes das Drüsengewebe der männlichen Brust entnommen werden. Auch hier kann ambulant unter lokaler Betäubung gearbeitet werden. Bei einer sehr starken Ausprägung der Gynäkomastie empfiehlt sich jedoch häufig eine OP unter Vollnarkose. Zusätzlich kann auch eine leichte Bruststraffung vorgenommen werden, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.

Was ist nach der Gynäkomastie-OP zu beachten?

Nach der operativen Korrektur einer Gynäkomastie wird dem Patienten ein spezielles Kompressionsmieder angelegt, das er nun etwa 4 Wochen lang Tag und Nacht tragen muss. Das Mieder unterstützt die Heilung der männlichen Brust und beugt der Bildung von Unebenheiten und Wundwassereinlagerungen vor. Bereits 1-2 Tage nach dem Eingriff ist der Patient wieder gesellschaftsfähig. In den ersten 2 Wochen nach der Gynäkomastie-OP sollte sich der Patient schonen, danach ist er wieder voll einsatzfähig und kann körperlichen Tätigkeiten nachgehen. Das Resultat der Gynäkomastie-Korrektur ist dauerhaft, die Brust bildet sich also nicht erneut aus.